Bundestagswahl 2009

Geplauder, Fragen rund um alles, was nicht direkt mit Alanya zu tun hat

Beitragvon oba » Sa 3. Okt 2009, 13:40

na, die "Guten" die Gunnar meinte waren wohl eher nicht die Politiker, sondern die Wirtschaftsleiter und die waren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, schon immer der Gewinnmaximierung verschrieben, denn dem sozialen Verhalten.

Das manche Unternehmen im inneren zu ihren Glanzzeiten sozialer handelten als sozialistische Staaten, ist die eine Seite, die andere ist, dass sie es nicht aus Menschenliebe taten, sondern um die damals raren Arbeitskräfte zu halten (Arbeitslosenquote 0,6 %!!!!).

Und so gute Unternehmer waren Grundig, Rosenthal und Co nun wohl doch nicht, ihre Unternehmen existieren nur noch auf dem Papier.

Den Tag der deutschen Einheit - bei dem die meisten nur bedauern, dass er dieses Jahr auf einen Samstag fällt - zu feiern, betrachte ich, in Zeiten, in denen an Stammtischen in Ost und West, die Mauer wieder neu errichtet wird, eher als Pflichtübung.

Man hätte ihn lieber als Erinnerung an die Opfer der Stalinallee beibehalten sollen. Das zeigt eher, wohin totalitäre Regime - egal welchen Strickmusters sie sind - führen können.

Heute zeigt sich Totalismus eher im Gewand der Globalisierung und die Hitlers und Stalins werden durch Banker und Wirtschaftsbosse gegeben.

Was geblieben ist, ist die absolute Menschenverachtung und Verantwortungslosigkeit gegenüber den ihnen "Ausgelieferten".

hG

Reiner
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Tag der Einheit, Tag der Freude?

Beitragvon Keykubat » Sa 3. Okt 2009, 14:10

Lieber Reiner,

ich habe manchmal den Eindruck das du wirklich viele Dinge zu verbissen siehst. Natürlich ist es heute alles kein Zuckerschlecken aber man kann natürlich auch übertreiben.
Für ihr Befinden sind die meisten Menschen selbst verantwortlich und man kann nicht alles auf die da oben abwälzen.
Und man kann auch an der Einheit rumnörgeln aber es gab und gibt doch keine Alternativen.
Ich denke, und das solltest auch du weil wir in einem ähnlichen Alter sind, unsere letzten 20 Jahre die wir noch haben geniessen. Denn danach kommt nichts mehr auch wenn die Katholiken das anders sehen.

LG Gunnar
Zuletzt geändert von Keykubat am So 4. Okt 2009, 01:00, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Ringo » Sa 3. Okt 2009, 14:23

Egal wie man zu der Machart und Ausführung der Wiedervereinigung steht, Deutschland ist ein Land und die Teile gehörten und gehören zusammen!!!
Das heute noch Renten und Löhne (selbst beim Militär) so unterschiedlich sind als gibt es noch eine Ostzone ist eine Schande der Politik. Bei der Armee besonders schlimm....sterben für Deutschland können sie aber ihr Leben hat laut Lohnliste nicht den gleichen Wert. Pfui Deibel.........
Mit dem "Stolz auf Deutschland" seien, ist das auch so eine Sache, nicht das Ausland zeigt auf uns, sondern die ewigen "Asche aufs Haupt" streuer im eignen Lande.
Als ich in einem Beitrag schrieb, daß man in unserem Land hauptsächlich deutsch sprechen sollte (Westerwellebeitrag)....kam von Millinger schon dieses sonderbare" Oh Oh"..........wie sollte ich das also verstehen?
Na egal, ich finde sie sollten die Renten und Löhne endlich angleichen und dafür diesen Ostsoli-Zuschlag heruntersetzen. Das wäre gerechter für alle!
LG Ringo

ps: Reiner dein letzter Satz ist leider wahr und dadurch ein besonders trauriges Beispiel von schlechter Politik.
Ringo
 

Beitragvon Ringo » Sa 3. Okt 2009, 15:24

Thilo Sarrazin (SPD)
Solch ein Oberstrolch hat uns mitregiert, nun will den kriminellen Dummkopf nicht mal mehr eine Bank (obwohl die ja auch, die Moral nicht grade gepachtet haben)
Sarrazin hat den HarzIV Leuten den Tipp gegeben, jeden Tag nur Bratwurst essen, dann reicht auch das Geld.
Dann hat er ihnen empfohlen: wenn es zum Heizen nicht reicht, kann man auch bei unter 15 Grad im Pullover sitzen. Ist das der Robert Ley der Bundesrepublik, denn Reichssäufer Ley hatte damals den anfänglich noch vorhandenen Arbeitslosen vorgerechnet, das man mit einer Reichsmark am Tag sogar sparen kann.
Nun gut, der Mann war immer besoffen, diese Ausrede hat Sarrazin nicht........dafür ist er aber überhaupt nicht korrupt...neeeiiinnn.
Und von dieser Sorte haben wir noch einige, die einen können sich nicht an einen Geldkoffer erinnern, die anderen sagen einfach nichts zu Richterfragen...und alle bleiben Straffrei......oder werden noch oberster Boss der Polizei.
Prima Zeit in der wir leben.
Ringo
 

Rente Ost, Rente West..

Beitragvon Keykubat » Sa 3. Okt 2009, 16:17

Lieber Ringo,

auch dir wünsche ich mehr Lockerheit, du bist ja noch`n bischen jünger aber etwas ruhiger dürftest du auch schon werden.

Über Thilo Sarrazin gibt es sicher zwischen uns ganz schnell Einigkeit.

Aber diese pauschalen Vor-vor-vor urteile, müssen doch nicht sein, vielleicht liegt man ja mitunter auch nicht so
ganz richtig, wie z.B. bei den Renten:

Ost-Renten im Schnitt höher!

Die tatsächlich ausbezahlten Renten von Ostdeutschen waren im Vergleich zu denen von Westdeutschen noch nie so hoch wie im vergangenen Jahr.
Ostdeutsche Männer bekamen bei einem Renteneintritt von 65 Jahren im Jahr 2005 durchschnittlich eine Regelaltersrente von 1127 Euro ausgezahlt, während es bei westdeutschen Männern 781 Euro waren, wie das "Wirtschaftsmagazin" unter Berufung auf Daten des Deutschen Rentenversicherungs Bundes berichtete. Das ist ein Unterschied von 44,3 Prozent. Bei den Frauen habe der Abstand sogar 72,7 Prozent betragen.

Längere Arbeitszeit im Osten
Zur Begründung des Trends verweist der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung, Professor Bert Rürup, auf die meist längeren Lebensarbeitszeiten der Ostdeutschen: Rentner in den neuen Ländern haben bei Eintritt in den Ruhestand im Schnitt 45,1 Jahre gearbeitet, im Westen 40,3 Jahre. Bei Rentnerinnen sind es 37 Berufsjahre im Osten, im Westen nur 26,1 Jahre.
Ein weiterer wichtiger Grund seien schnelle und starke Rentenanpassungen in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung, erklärte Rürup weiter.

Und wie hier sollte man andere Sachen vielleicht auch ein wenig differenzierter sehen....

LG Gunnar
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Beitragvon Ringo » Sa 3. Okt 2009, 17:59

Das mit den Arbeitsjahren stimmt aber die Rente wird nach einem Punktesystem berechnet. Der Rentenpunkt im Osten ist ca. 2.50 ¬ weniger, daher ergibt sich die Ungleichheit.
Natürlich wird es nach und nach angeglichen aber nach 20 Jahren ist das ja wohl auch Zeit...

Man darf auch nicht immer alles Glauben, was diese eigenartigen Spezialisten von sich geben....es wird absichtlich getürkt und geschönt, siehe Arbeitslosenzahl.
Wer das Märchen von den rund nur drei Millionen glaubt, ist selber schuld....man nehme so etwa das doppelte.
Da gibt es viele Tricks, 1 Euro-Jobs und Lehrgänge ect. Da wurden tonnenweise Staplerfahrer und Blumenbinderinnen ausgebildet, nur damit si eine Zeit aus der Al-Statiskik raus sind....alles schön auf Kosten des Steuerzahlers. Jetzt gibt es Lehrgänge, wie man eine Bewerbung schreibt....als wenn die Firmen nur darauf warten.
Hier werden die Arbeitslosen von den Arbeitsscheuen verwaltet......weiter nichts! (alter Spruch und nicht von mir)
Ringo
 

Arbeitsmarktpolitik...

Beitragvon Keykubat » Sa 3. Okt 2009, 19:01

@Ringo

...das hört sich doch schon alles viel ruhiger und sachlicher an. Deshalb bekommst du von mir auch noch Daten die in deiner Negativliste fehlen.
Wir haben z.Zt. fast 1,7 Mio Kurzarbeiter. Kurzarbeit ist fast sowas wie arbeitslos.

FG Gunnar
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Beitragvon Ringo » Sa 3. Okt 2009, 19:23

Natürlich, sehr richtig Gunnar. Und da kommt ja auch noch einiges auf uns zu, wenn die Gelder für die Kurzarbeiter wegfallen. Da sei der froh, der schon Rentner ist und halbwegs davon leben kann. Als Rentner hat man zwar keine Zeit mehr aber wozu gibt es z. B. so etwas wie unser Forum........ wir beschäftigen uns schon......gelle:smilie[179]

FG. Ringo
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Beitragvon oba » Sa 3. Okt 2009, 21:09

ich habe manchmal den Eindruck das du wirklich viele Dinge zu verbissen siehst


Hallo Gunnar,

ganz im Gegenteil, ich sehe das eigentlich alles sehr locker aber das hindert mich nicht daran, die Realität zu sehen.

Für ihr befinden sind die meisten Menschen selbst verantwortlich


für ihr Befinden (geistig und emotional empfundener Körperzustand) sind die Menschen verantwortlich aber warum sie so empfinden, das wird auch durch äußere Einflüsse bewirkt.

Ein durch gierige Banker schlecht oder falsch beratener Sparer oder ein Arbeitsloser, der durch Spekulanten oder gewissenloses Management seine Stelle verliert, wird da sicher anders denken und fühlen als Du.

Es die Einheit betrifft, habe ich mit keinem Wort erwähnt, dass ich gegen die Wiedervereinigung wäre. Im Gegenteil.

Allerdings nutzt es auch nichts, die Augen vor der Tatsache zu verschließen, dass wir immer noch kein "einig Volk von Brüdern" sind.

Diese ganzen Feier- und Erinnerungstage sind mehr oder weniger zu "Selbstbeweihräucherungstagen" für Politiker verkommen, die sie nützen um Selbstdarstellung zu betreiben, der Durchschnittsbürger sieht sie als freie Tage und fährt, so es das Wetter zulässt, ins Grüne.

Nationalstolz, was ist das eigentlich? Wer kann dafür, dass er als Deutscher, Türke oder Timbuktuaner geboren wurde. Ist da einer besser als der andere?

Jedes Land hat irgendwo seine Verdienste, ohne Germanen würden sich die Italiener noch heute statt mit Seife, mit Sand waschen, die Deutschen würden ohne Ägypter immer noch Met statt Bier trinken und ohne christliche Weinnauern würde den Türken die Löwenmilch fehlen.

Versuchen wir doch einfach mal uns als Weltbürger zu sehen.

Ost-Renten im Schnitt höher!


die Begründung dafür hast Du ja gleich selbst mitgeliefert. Wer länger (mehr???) arbeitet kriegt auch höhere Rente.

Da die Rentenkassen Ost wundersamer Weise nichts hergaben, mussten die Beträge von der Allgemeinheit aufgebracht werden aber das steht auf einem anderen Blatt. Dass die Last aber vorwiegend vom "kleinen" Mann getragen wird, fällt halt unter das Motto, Gewinne werden personalisiert, Verluste sozialisiert.

geniessen. Denn danach kommt nichts mehr auch wenn die Katholiken das anders sehen.


das klingt mir ein bisschen zu sehr wie "nach mir die Sintflut" Nach uns kommen immer noch die Kinder und Kindeskinder, die von uns erwarten, dass sie eine einigermaßen heile Welt übernehmen können.

Sei sicher, ich genieße mein Leben und halte es da eher mit Buddha: versuche so zu leben, dass du andere so wenig schädigst wie möglich.

hG

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Fast ohne Politik....

Beitragvon Keykubat » So 4. Okt 2009, 11:30

.....ich lass das fast alles mal so stehen und antworte nur ein wenig philosophisch "wir leben zwar in einer Welt auf einer Erde in einem Land in einer Stadt aber in verschiedenen Quartieren"

Nur ganz am Ende hast du etwas völlig falsch verstanden.

Ich:
unsere letzten 20 Jahre die wir noch haben geniessen. Denn danach kommt nichts mehr auch wenn die Katholiken das anders sehen.


Du:
das klingt mir ein bisschen zu sehr wie "nach mir die Sintflut" Nach uns kommen immer noch die Kinder und Kindeskinder,


Weil du einfach immer denkst die Menschen sind schlecht. Ich meinte damit einfach -du- sollst dein Leben noch geniessen denn -du- bist anschließend lange tot.

Bis dahin kannst -du- natürlich den Kindern dieser Welt täglich ein Care-Paket schicken. Da hat doch keiner was dagegen.

LG Gunnar
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